Augen auf beim Welpenkauf

Ja, es gibt sie, die verantwortungsbewußten Züchter und Deckrüdenhalter!

Und wir können nur jedem Interessenten ans Herz legen: Machen Sie die Augen auf beim Welpenkauf! Daß die Verpackung = Phänotyp eines Hundes nicht alles ist, sollte sich eigentlich inzwischen bis in den letzten Winkel herumgesprochen haben. Schauen Sie sich den Züchter genau an. Sehen Sie in der Zuchtstätte oder außerhalb der Zuchtstätte (nicht jeder Züchter hält seine Hunde auf seinem privatem Grundstück) Zwingeranlagen, machen Sie sich dazu Gedanken, ob das der Züchter Ihres Vertrauens ist. Lassen Sie sich die Wurfabnahmeprotokolle der gefallenen Würfe zeigen, darin können Sie die Welpensterblichkeit, Mängel und vieles mehr nachlesen. Jeder Züchter und Deckrüdenhalter muss ein Zwingerbuch führen. Ein Züchter, der nichts zu verbergen hat, lässt den Welpeninteressenten Einsicht in das Zwingerbuch nehmen. Im Zwingerbuch können Sie u.a. nachlesen, wie oft die Zuchthündin belegt wurde. Sie können darin nachlesen, wie viele Kaiserschnittgeburten die Hündin hatte. Nach dem 2. Kaiserschnitt muss die Hündin aus der Zucht genommen werden. Vertrauen Sie nicht dem Wort, sondern lassen Sie sich folgende Unterlagen zeigen:

1.) HD-Auswertung der Mutterhündin und des Deckrüden. Die Werte dürfen max. HD-A, HD-B, HD-C anzeigen.Die Verpaarung von HD C + HD C ist verboten. Bekommen Sie diese HD-Auswertung nur von der Mutterhündin zu Gesicht oder gar nicht zu sehen, verabschieden Sie sich von diesem Züchter!

2.) ED-Auswertung der Elterntiere (Hündin/Deckrüde) Die Werte sollten bei max. ED 0/0, ED 0/1, ED 1/0, ED 1/1 liegen. Die Zucht mit ED III ist nicht gestattet! Bekommen Sie diese ED-Auswertungen von der Mutterhündin und dem Deckrüden nicht vorgelegt, unser Rat: verabschieden Sie sich von diesem Züchter!

3.) Herz-Untersuchung der Mutterhündin und des Deckrüden. Mit folgenden Werten ist ein Zuchteinsatz möglich:

Herz 0 = < 2.0 m/sec. = Frei

Herz 1 = 2.0 – 2,25 m/sec. = Verdacht

Bekommen Sie dieses Herz-Untersuchungs-Ergebnis von der Mutterhündin und dem Deckrüden nicht vorgelegt, wieder unser Rat: verabschieden Sie sich von diesem Züchter! Auch ausländische Züchter haben mittlerweile die Notwendigkeit erkannt, die Zuchthündinnen und Deckrüden HD/ED + Herz untersuchen zu lassen ( s. Schweiz,Dänemark und teilweise Holland, Italien, Frankreich).

Weitere empfehlenswerte Voruntersuchungen sind Hyperkeratose, OCD, Spondylose, Patella-Luxation, PRA.

Jedes Hundebaby ist natürlich süß, aber nur süß sein allein reicht nicht. Machen Sie sich im Interesse Ihres zukünftigen Welpen und auch in Ihrem eigenen Interesse im Vorfeld kundig. Sollten Sie unsicher sein, kontaktieren Sie uns. Kaufen Sie NIEMALS aus Mitleid einen Welpen aus katastrophalen Verhältnissen raus!

Benachrichtigen Sie den Tierschutz, den Amtsveterinär und zusätzlich den Tierschutzbeauftragen des zuständigen Vereins, das ist viel effektiver. Für jeden Welpen, den Sie dort herausholen, kommen drei nach. Das lehrte uns die bittere Erfahrung. Und bei aller Vorsicht beim Welpenkauf, vergessen Sie trotz allem bitte eines nicht: Welpen sind keine genormten Tiefziehbecher für Joghurt! Auch bei größtmöglicher Sorgfalt des Züchters, Verantwortungsbewußtsein und gesundheitlicher Überprüfung gibt es keine 100%ige Gesundheitsgarantie!

Wir möchten, dass Züchter und Welpenkäufer ein optimales Vertrauensverhältnis zueinander aufbauen können und jeder sich auf den anderen verlassen kann.

 

Quellennachweis:
Nachfolgende Erläuterungen sind aus WIKIPEDIA entnommen

Erläuterungen der Abkürzungen:

ED
Die Ellenbogengelenksdysplasie (ED) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellenbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende (prädisponierende) Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellenbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden.

HD
Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie des Hundes (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen das Krankheitsbild besonders häufig ausbilden.

Die Hyperkeratose der Ballen
ist eine übermäßige Verhornung (Hyperkeratose), bei der lange Hornzipfel an den Ballen aller vier Pfoten entstehen. Die Erkrankung ist vermutlich erblich bedingt und wurde gehäuft bei einigen Zuchten von Bordeaux-Doggen, Golden Retriever, Labrador Retriever, Kerry Blue Terriern und Irish Terriern beobachtet, Einzelfälle können auch bei anderen Hunderassen auftreten. Die Verhornungsstörung zeigt sich ab einem Alter von sechs Monaten.

OCD
Die Osteochondrosis dissecans (kurz OCD bzw. OD, angloamerikanisch auch Osteochondritis dissecans) ist eine umschriebene Knochenläsion unterhalb des Gelenkknorpels, die mit der Abstoßung des betroffenen Knochenareals mit dem darüberliegenden Knorpel als freier Gelenkkörper (Gelenkmaus) enden kann.

Patella-Luxation
Patellaluxation ist eine Kniegelenksverletzung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt (Luxation). Meist bewegt sich die Kniescheibe spontan in ihre Ursprungsstellung zurück (Reposition).

PRA: Progressive Retinaatrophie
Bei der progressiven Retinaatrophie (PRA) handelt es sich um ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut von Hunden

Spondylose
Spondylosis deformans, deutsch Spondylose, ist ein Sammelbegriff für degenerative Veränderungen an Wirbelkörpern (und Intervertebralräumen), die sich röntgenologisch als Unregelmäßigkeiten (z. B. Zacken, Erhebungen oder Randwülste) darstellen.

 

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